Eine Frage der Einstellung: Tipps zur Nutzung von Messengern & Co.

Bei der digitalen Kommunikation werden viele Daten verarbeitet – unsere eigenen, aber oft auch die jener Menschen, mit denen wir vernetzt sind. Deshalb empfiehlt es sich, bei der Nutzung von Messengern & Co. ein paar Dinge zu beachten.

Messenger, soziale Netzwerke und andere Kommunikationsdienste sind für viele Menschen zu einem wichtigen Bestandteil des sozialen Miteinanders geworden. Dass dabei persönliche Daten verarbeitet werden, lässt sich nicht gänzlich vermeiden. Und auf manch nützliche Anwendung kann und möchte man im Alltag nicht mehr verzichten. Für eine datensparsame und sichere Nutzung hilft allerdings oft schon eine bewusste Auswahl und ein Blick in die Einstellungen der Geräte und Apps, mit denen man tagtäglich kommuniziert.

Sichere Messenger finden – und adäquat nutzen

Messenger-Apps für das Smartphone gibt es inzwischen von vielen Anbietern. All diese Programme sehen von außen recht ähnlich aus und unterscheiden sich auch in ihren Funktionen nur wenig. Doch schaut man genauer hin, so sind sie längst nicht alle gleich. Neben populären Marktführern, die wegen ihres Umgangs mit Nutzerdaten immer wieder in der Kritik stehen, gibt es auch Messenger-Alternativen – welche das sind, erfährt man zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale oder auf mobilsicher.de.

Folgende Kriterien sind für die Wahl eines sicheren Messengers wichtig:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Diese Art von Verschlüsselung sorgt dafür, dass niemand außer den beiden Kommunikationspartnerinnen und -partnern lesen kann, was in den versendeten Nachrichten steht. Manche Messenger verzichten auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung oder bieten diese Funktion nur optional an. In diesem Fall kann der Anbieter die Chats theoretisch mitlesen – und sie unter Umständen auch an Behörden weitergeben, ohne dass die Nutzerin oder der Nutzer davon weiß.
  • Umgang mit Metadaten: Wer, wann, wie oft, mit wem – wenn ein Anbieter diese Informationen sammelt und auswertet, erfährt er viel über die Nutzerinnen und Nutzer. Zum Beispiel, wer sich untereinander kennt und wie intensiv Beziehungen sind. Über den Online-Status kann auch auf den Schlafrhythmus geschlossen werden. Anbieter, die mit Metadaten sparsam umgehen, informieren ihre Nutzerinnen und Nutzer darüber zum Beispiel im FAQ-Bereich ihrer Webseite.
  • Anonymität: Manche Anbieter fragen bei der Installation personenbezogene Daten ab, zum Beispiel die Handynummer oder eine E-Mail-Adresse. Andere verzichten darauf – hier reicht ein Nutzername, über den Freundinnen und Freunde sich untereinander finden können.
Messenger im Vergleich
Der Blogger Mark Williams hat auf securemessagingapps.com eine Tabelle erstellt, mit der man verschiedene Messenger-Apps und ihre Sicherheitsfeatures vergleichen kann.

Weitere Tipps, die Sie bei der Nutzung von Messenger-Diensten berücksichtigen können:

  • Starke Bildschirmsperre einrichten: Ohne eine Bildschirmsperre kann jeder Gerätedieb alle Chats lesen.
  • App-Berechtigungen entziehen: Apps sind technisch auf ihre Zugriffsrechte beschränkt. Wer nicht möchte, dass ein Messenger den Standort abruft oder die Kamera startet, kann diese Berechtigungen in den Geräteeinstellungen entziehen.
  • Profileinstellungen überprüfen: Sind das eigene Profilbild und der Online-Status für jeden sichtbar, soll die App Lesebestätigungen senden? Die Standardeinstellungen mancher Apps sind nicht privatsphärefreundlich und können geändert werden.
  • Verschwindende Nachrichten: Manche Messenger bieten an, Nachrichten nach einer bestimmten Zeit automatisch zu löschen.

 

Einstellungssache: Wer Messenger und Social-Media-Dienste nutzt, sollte ab und an einen Blick in die (Profil-)Einstellungen werfen. Dort kann man zum Beispiel festlegen, wer die eigenen Beiträge sehen darf, oder die Zugriffsrechte der Anbieter überprüfen.

Soziale Netzwerke & Co.: Empfehlungen für die digitale Vernetzung

Alle großen sozialen Netzwerke, aber auch andere Social-Media-Dienste leben von Werbung. Um möglichst passende Anzeigen auszuspielen, werten die Plattformen das Verhalten ihrer Mitglieder aus. Es ist nicht möglich, ihnen das Datensammeln ganz zu verbieten. Man kann sich aber für eine datensparsame Nutzung entscheiden – also nur die Informationen preisgeben, die wirklich nötig sind.

Mit den folgenden Schritten lässt sich der Datenfluss in Social-Media-Diensten beschränken und die Nutzung sicherer gestalten:

  • Gesonderte E-Mail-Adresse: Verwenden Sie beim Anlegen eines neuen Social-Media-Profils am besten eine gesonderte E-Mail-Adresse. So kann über die Adresse nicht auf weitere Aktivitäten im Internet geschlossen werden.
  • Sicheres Passwort: Ein Passwort sollte nicht im Wörterbuch stehen und nur für eine einzige Plattform genutzt werden. Das Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt mindestens acht Stellen sowie die Mischung von Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung: Noch sicherer wird ein Profil mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Bei der Anmeldung wird dann zusätzlich zum Passwort ein Code abgefragt, der zum Beispiel per SMS aufs Handy geschickt oder von einer vorher generierten TAN-Liste abgefragt wird.
  • Synchronisation mit Adressbuch verbieten: Viele Social-Media-Plattformen bieten an, das Adressbuch des Smartphones oder E-Mail-Postfachs zu nutzen, um eigene Kontakte zu finden. Wer die Daten von Bekannten schützen möchte, sollte darauf verzichten.
  • Profileinstellungen: Wer auf die eigene Chronik posten, Inhalte kommentieren und Markierungen auf Fotos vornehmen darf, sollte wohlüberlegt sein. Öffentliche Profilinformationen sind für Betrüger wertvoll, die Profile fälschen und sich als Freunde ausgeben.
  • Log-In über Social-Media-Profile vermeiden: Viele Online-Dienste bieten an, sich per Social-Media-Profil einzuloggen, statt für den Dienst ein eigenes Passwort anzulegen. Dadurch erhalten die Anbieter allerdings viele zusätzliche Daten. Wer in der Vergangenheit von dieser Option Gebrauch gemacht hat, kann in den Einstellungen seines Social-Media-Profils nachträglich Informationen löschen.
Datensparsame Vernetzung
Auf SaferInternet.at finden Sie praktische Anleitungen, wie Sie die Einstellungen Ihrer Profile bei Google, Facebook, WhatsApp und anderen Diensten anpassen können. Zusätzliche Hinweise zu sozialen Netzwerken und zur Sicherheit Ihrer mobilen Geräte gibt das Portal BSI für Bürger.