Wenn-dann: Was ist ein Algorithmus?

 
Woher weiß man eigentlich in der Notaufnahme, welche Patientinnen und Patienten am dringendsten behandelt werden müssen? Das entscheidet das medizinische Personal mithilfe der sogenannten Triage. Die dabei angewandten “wenn-dann-Vorgaben” ähneln der Logik von Algorithmen in den zahlreichen digitalen Diensten und Computerprogrammen, die wir täglich nutzen.

Handlungsvorgaben

Unsere Hauptfigur Anna setzt sich immer wieder mit Situationen auseinander, in denen Algorithmen einen Einfluss auf ihr Leben haben. Ein Beispiel für einen Algorithmus, der nicht durch Software, sondern von Menschen ausgeführt werden kann, ist die sogenannte Triage in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Bei der Triage geht das Personal von festgelegten Leitlinien aus, um zu bestimmen, wie dringend eine Person behandelt werden muss. Mit ihnen bewerten die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger die Reihenfolge der Wartenden. Dabei setzen sie sogenannte “Wenn-dann-Vorgaben” ein: Wenn jemand lebensbedrohlich verletzt ist, dann bekommt er oder sie besonders schnell eine Behandlung. Wenn jemand „nur“ einen verstauchten Fuß hat, dann ist die Wartezeit länger.

Wie so eine Triage in der Notaufnahme vonstatten geht, das erlebt Anna in der Podcast-Folge „Dr. med. Algorithmus“.

Rechenrezepte

Algorithmen kommen aber auch im Digitalen in unzähligen Bereichen zum Einsatz: Als Handlungsvorgaben helfen sie Computern, Aufgaben zu lösen. Sie sind oft in einem Softwarecode festgehalten und bringen beispielsweise eine App zum Laufen, wenn wir sie benutzen. Nicht alle Algorithmen müssen von einem Smartphone oder einem anderen Computer ausgeführt werden – auch Menschen können das tun wie das Beispiel der Triage zeigt.

Algorithmus
Algorithmen sind Handlungsvorgaben, mit denen Computer Aufgaben lösen. Sie dienen etwa der Suche im Internet, personalisierten Videovorschlägen auf YouTube oder zur Auswahl der angezeigten Inhalte in sozialen Netzwerken.
zum Glossar

Auch ein Backrezept ist im Prinzip ein Algorithmus: Es gibt eine Handlung vor, die Schritt für Schritt ausgeführt wird und dann zu einem Ergebnis führt. Dabei kann der Algorithmus gewisse Handlungsspielräume offen lassen. Eine Variable, die von äußeren Faktoren und Informationen abhängt, wäre hier zum Beispiel die Backdauer. In der Logik eines Algorithmus’ formuliert könnte das bedeuten: Je stärker die Vorlieben der Backenden in Richtung „knusprig“ tendieren, desto länger sollte das Gebäck im Ofen bleiben.

Vielseitige Anwendungen

Algorithmen, die in Programmiersprachen festgehalten und durch ein Computerprogramm ausgeführt werden, befolgen ganz ähnliche Logiken. Allerdings sind sie nicht auf ein paar wenige Variablen, wie die Backdauer, beschränkt. Vielmehr können sie Tausende solcher Variablen berücksichtigen. Sie sind ein Werkzeug, mit dem Menschen zum Beispiel große Datenmengen (Big Data) verarbeiten können.

Die Einsatzmöglichkeiten und Funktionsweisen von Algorithmen sind sehr vielseitig. Sie werden unter anderen dazu genutzt, Informationen zu sortieren, zu kategorisieren oder in eine bestimmte Reihenfolge (Ranking) zu bringen. Ein bekanntes Beispiel dafür sind Suchmaschinen. Andere Algorithmen dienen zur Berechnung von Wahrscheinlichkeiten oder zum Erkennen von Mustern in großen Datenmengen.

Wie Algorithmen unter anderem Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, Krankheiten zu erkennen, das erfahren Sie im Beitrag „Beispiele aus der Praxis“.